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Eichenprozessionsspinner

Die Raupen sind weg. Für dich in der Krone ändert das nichts.

„Im Oktober ist der Spinner doch durch." Warum alte Nester ein Haarlager sind, welche Eichen betroffen sind und was vor jedem Aufstieg in die Beurteilung gehört.

Josua Hundertmark · Baumpfleger, Michelstadt · Stand 29.09.2026 · 4 Minuten Lesezeit

Die Lage, die jeder kennt.

Oktober, Eichenpflege, Totholz raus. In der zweiten Astgabel hängt etwas Beiges, wie schmutzige Watte. Der Kletterer ist schon drüber, die Säge läuft. Was aus dem Nest rieselt, sieht keiner. Am Abend juckt der Hals. Am nächsten Morgen die Arme.

Jeder Beitrag zum Eichenprozessionsspinner erscheint im Mai. Für den Betrieb ist der Herbst gefährlicher, weil niemand mehr hinschaut.

Gefährlich war nie die Raupe.

Gefährlich sind ihre Brennhaare. Die Raupe bildet sie ab dem dritten Larvenstadium, laut SVLFG spitz, mit Widerhaken versehen und mit einem Gift gefüllt. Sie lösen sich vom Tier und bleiben im Gespinst liegen, zusammen mit den alten Larvenhäuten, in hoher Konzentration. Die Wirksamkeit bleibt über mehrere Jahre erhalten. Das Nest ist kein Nest. Es ist ein Haarlager.

Was passiert, wenn du sie abbekommst, beschreibt die SVLFG so: stark juckende Hautreaktionen, Augen- und Atemwegsreizungen, Husten, in schweren Fällen asthmatische oder andere allergische Reaktionen. Die Empfindlichkeit wird bei wiederholtem Kontakt meist größer und die Reaktion kann erst Stunden später kommen. Deshalb bringt sie kaum jemand mit dem Baum in Verbindung, in dem er mittags war.

→Ein Nest vom Juni ist im Oktober kein leeres Nest.

Welche Eichen.

Alle. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft schreibt, dass der Eichenprozessionsspinner sich nur an Eichenarten fertig entwickeln kann und dass grundsätzlich alle Eichenarten als Nahrungspflanze angenommen werden. In Deutschland sind das Stieleiche und Traubeneiche und mittlerweile auch die amerikanische Roteiche. Die Roteiche galt in der Praxis lange als verschont. Bei Massenvermehrungen wird sie befallen, so die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt. Der Name der Art im Auftrag entscheidet also nichts. Der Blick in die Astgabeln entscheidet.

Was das für die Beurteilung heißt.

Vor jeder Eiche, in jeder Jahreszeit, ein Blick nach Nestern. Von unten, mit Abstand, am Stamm und in den Astgabeln. Beige bis grauweiß, filzig. Näher musst du nicht ran.

Hängt eins, gibt es zwei Wege. Entweder das Nest wird vorher entfernt, mit Ausrüstung und Absaugung, von Leuten, die das machen. Oder die Arbeit findet in Vollschutz statt. Die SVLFG beschreibt in ihrer Schrift zu Brennhaaren, was dazugehört:

Die SVLFG beschreibt das für die Beseitigung. Wer über einem alten Nest sägt, arbeitet mit denselben Haaren, nur ohne Sack.

Und dann der Moment, in dem es trotzdem passiert: Feierabend. Der Ast liegt längst am Boden, die Anzüge gehen gerade aus, nur die Maske ist schon ab. Unten, wenn der Kopf schon zu Hause ist. Die Haare wissen nicht, dass Feierabend ist. Deshalb steht in der Beurteilung auch, wo ausgezogen wird, in welcher Reihenfolge und wer zuletzt die Maske abnimmt.

Was in die Gefährdungsbeurteilung gehört.

Die SVLFG verlangt außerdem, dass die Beschäftigten mündlich über alle auftretenden Gefährdungen und die Schutzmaßnahmen unterwiesen werden. Zwei Minuten am Auto, mit dem Papier in der Hand.

Schau in deine Beurteilungen der letzten Woche. Bei jeder Eiche: Hast du vor dem Aufstieg nach Nestern geschaut oder nach dem Schnitt?

Ich bin Baumpfleger, kein Arzt. Bei Beschwerden nach Kontakt gehört das in ärztliche Hände.

Ich bin Baumpfleger, kein Jurist. Das hier ist Praxiswissen, keine Rechtsberatung. Welche Ausrüstung dein Betrieb vorhalten muss, klärst du mit der Aufsichtsperson der SVLFG.

Für Baumbesitzende erklärt, im Lexikon des Betriebs: Eichenprozessionsspinner

In der GBU App steht das schon drin.

Die GBU App zeigt bei Eiche im Feld Baumart den Hinweis auf den Eichenprozessionsspinner, damit der Blick nach Nestern vor dem Aufstieg kommt.

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Die Quellen, falls jemand nachlesen will

Josua Hundertmark
Josua HundertmarkBaumpfleger seit siebzehn Jahren, Baumpflege Hundertmark in Michelstadt. Baut die GBU App, weil das Papierformular im Regen aufweicht. Auf Instagram als @baumbule.

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